Im Rahmen meiner Ausbildung zum eidg. dipl. Web Project Manager an der SAWI habe ich eine Diplomarbeit zum Thema Intranet 2.0 bei meinem Arbeitgeber, der Zurich, geschrieben. Klar bin ich kein Experte was dieses Thema betrifft – die Erstellung hat mich aber zu einem „kleinen Spezialisten“ gemacht. Ich denke, die gefunden Erkenntnisse sind nicht nur für meinen Arbeitgeber richtig sondern für viele andere Firmen derselben Komplexität vergleichbar.
Die Arbeit hat gezeigt, dass es noch grosse Hindernisse zu bewältigen gibt die aber nicht technischer Natur sind sondern welche die „weichen Faktoren“ – also den Mensch betreffen. Ich werde nicht die ganze Arbeit hier wiedergeben sondern einfach das Management Summary. Eure Meinungen sind natürlich herzlich willkommen!
Management Summary
Die Zurich ist eine klassisch komplexe, historisch gewachsene internationale Firma. Die Strukturen sind in einer Matrix organisiert wie auch das Intranet. Dieses wird heute wie selbstverständlich gerne und täglich von allen Mitarbeitern genutzt.
Diese Diplomarbeit soll die Frage beantworten, ob die Zurich und die Mitarbeiter heute schon bereit für ein Intranet 2.0 sind. Die aufgestellte Hypothese behauptet, sie sei es noch nicht.
Die Ausgangslage beschreibt die Firma und das Intranet. Es wird aufgezeigt, wie mit dem Web in der Zurich heute gearbeitet wird und wie es organisiert ist. In den letzten zehn Jahren wurde das Intranet schrittweise weiterentwickelt und zu einem wichtigen wie auch beliebten Hilfsmittel gemacht.
Für eine umfangreiche Analyse wurden mehrere Mitarbeiter aus dem In- und Ausland zum aktuellen Intranet befragt. Diese sollten Auskunft darüber geben, welche Web 2.0 Anwendungen sie bereits kennen und anwenden und ob sie sich ein Intranet 2.0 vorstellen können. Es stellte sich schnell heraus, dass die Kultur aber auch andere Faktoren noch nicht bereit sind die Grundidee der zweiten Internetgeneration in die Firma zu tragen. Die Nutzung der kollektiven Intelligenz wie sie als eine Säule des Web 2.0 beschrieben wird, bedingt eine offene Wertekultur die keine Berührungsängste kennt.
Viele interessante Ansatzpunkte aus dem Internet können der Zurich einen grossen Nutzen bringen. So kann implizites Fachwissen aus den Köpfen der Spezialisten in Wiki – Anwendungen explizit gemacht werden. Die Mitarbeiter können sich global in einem sozialen Netzwerk verlinken und das kollektive Wissen nutzen. Andere moderne Technologien machen das Web attraktiver und innovativer.
Um die Zurich und ihre Mitarbeiter zu befähigen muss bei den weichen Faktoren begonnen werden. Die Kultur muss Werte unterstützen die offen sind für eine kollektive Zusammenarbeit. Es muss Spass machen und unbewusst selbstverständlich sein, das eigene Wissen transparent zu machen und offen zu legen. Technik allein ist nur die Hülle und ein letzter Schritt im Rahmen eines Projektes welches sich die Erkenntnisse dieser Arbeit zu nutzte macht. Aber auch mit innovativen Ansätzen können kleine Schritte gemacht werden. Schlussendlich liegt die grosse Herausforderung bei den Mitarbeitern, dem Management und den vorgelebten Werten welche nach und nach die Mitarbeiter infizieren soll mit dem Virus Web die zweite Generation.
Diese Arbeit gibt im Sinne einer Vorstudie erste Denkanstösse und zeigt wo der Nutzen neuer Technologien liegt. Im Nutzenkonzept wird beschrieben bei welchen grossen Hebeln angesetzt werden muss. Welche Anwendungen und Philosophien aus der neuen Welt können Sinn machen und schnell Mehrwert schaffen. Ein moderner Projektmanagement-Ansatz mit agilen Methoden und Changemanagement als wichtigem Eckpfeiler unterstützt die Zurich dabei.
Das Fazit zeigt konkrete Massnahmen abgeleitet aus dem Nutzenkonzept auf. Was muss in welcher Reihenfolge beachtet werden um die Gemeinschaft der Firma zu befähigen und der aufgestellten Hypothese entgegen zu wirken.